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Werk eines tüchtigen Forstmannes

Von FRIEDRICH SCHREIBER sen. Kirchbrak.

Foto: Chronik Friedrich Schreiber sen.Da hatte er nun mit vieler Mühe einen morschen Baumstamm bis in die Nähe des Dorfes hin-untergeschleppt, als plötzlich von obenher ein Hund angestürzt kam, ihn bellend umkreiste und jedes Ent-kommen unmöglich machte. Nach einigen bangen Minuten erschien dann auch der Förster, er pfiffseine Hund zurück, verhörte den Holzdieb und protokollierte, das Vergehen. So war der Förster Schneider, streng und korrekt.

Sein Wald und die Ordnung darin ging ihm über alles. Zwei Hütten hatte er sich an dem neu geschaffenen Holzabfuhrweg errichten lassen, um darin mit seinem Hund übernachten zu können, denn die Wilddieberei nahm überhand.

Er war im Westerwald 1868 geboren, und der Wald war ihm von Kindesbeinen an vertraut. Bei den Col-marer Jägern hatte er als Soldat gedient, und die soldatische aufrechte Haltung zeigte sich nicht nur in sei-ner aufrechten Körperhaltung, auch ein aufrechter Charakter zeichnete ihn aus. Nach einer forstlichen Ausbildung erhielt er eine Probeansteilung in Buchhagen, und dort heiratete er 1896. Als Verwalter der Hakeschen Forsten an den Nord- und Osthängen des inneren Voglerkessels blieb er seinem einmal ge-wählten Standort treu. Dort hatte er eine Mannschaft aus neun Waldarbeitern aus Breitenkamp, die mit langen Schrotsägen den dicken Buchen zu Leibe rückten. Besonders in den Wintermonaten war die Arbeit oft nicht leicht, wenn schon der tiefe Schnee den Aufstieg zu den Hauplätzen erschwerte und wenn ein Feuer zum Aufwärmen in den Essenspausen anziehend flackern mußte. Förster Schneider bewährte sich so gut, daß er zum Oberförster aufstieg. Ein Lebenswerk, an dem sein Name bis zum heutigen Tag haftet, bildete die Anlage eines durchgehenden Holzabfuhrweges von insgesamt etwa acht Kilometer Länge. Nach Erreichen der Höhe oberhalb von Buchhagen zieht er sich von der Sausuhle an in etwa gleicher Hö-he von 350 Metern fast bis zum Ebersnacken hin. Er ist durch Schotterung befestigt und wird gern als Wanderweg benutzt. So prangt der Name Förster Schneider-Weg auf vielen der weißen Wegeschilder und erinnert die Wanderer immer wieder an diesen tüchtigen Fortsmann. Seine letzte Ruhestätte fand er 1949 auf dem kleinen Friedhof in Buchhagen.