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Erläuterungen zum Begriff -OPFEREI-

Quelle: Gemeinde Berel http://www.berel-am-ries.de/seiten/Chronik/Schule/schule_in_berel.htm

Die Kirche setzte nach der Reformation  Opfermänner ein. Der Opfermann war der Küster, der meistens zugleich einen handwerklichen Beruf ausübte und die Dorfkinder im Lesen und Schreiben unterrichtete. Die Opfermänner waren den Geistlichen der Gemeinde unmittelbar unterstellt. Neben der Unterrichtung der Kinder hatte der Opfermann noch eine Reihe von Geschäftsverrichtungen zu erledigen:
1. Vertretung des Geistlichen in der Haltung von Gottesdiensten. Der Opfermann durfte dabei nicht die Kanzel oder den Altar sondern musste ein besonderes Lesepult benutzen. In Vertretung des Geistlichen hatte er auch die kirchliche Kinderlehre zu halten.
2. Die Leitung des Gesanges während des Gottesdienstes. Bei Vorhandensein einer Orgel oblag ihm auch deren Wartung.
3. Vorbereitung des Gottesdienstes durch Öffnen der Kirche. Zurichtung des Altars und der Kanzel, Anzünden und Auslöschen der Altarkerzen.
4. Beaufsichtigung der Glocken und des Geläutes, dass es nicht von Schulkindern besorgt wurde.
5. Die Wartung der Turmuhr.
6. Die Beaufsichtigung des Kirchengebäudes.
7. Reinhaltung der Kirchengeräte.
8. Beaufsichtigung des Kirchhofes und des Begräbnisplatzes.
Besondere Lehranstalten zur Vorbereitung auf den Opfereidienst gab es nicht. Zum Eintritt in den Opfereidienst bestand keine Verpflichtung. Die Übernahme in diesen Dienst geschah auf besondere Bewerbung. War aber der Opfereindienst mit einem Schulamt dauernd verbunden, so wurde angenommen, dass die Meldung zum Lehramt die Bewerbung um den Kirchendienst mit enthielt. Wenn auch die Opfereistelle mit dem Schulamt nicht verbunden war, wurde aber meistens der Lehrer zum Opfermann gewählt.
1542 Die Dotation der Schule nach dem Visitationsbuche von 1542 war Opfermann Land 4 Morgen, Wasenholz 5 Fuder, jeder Ackermann 1 Himpten Roggen, der Köter ½ Himpten. Der Schule stand weiter zu: 1 Leiterwagen Gräesing von der Gemeindewiese, der Opfereigarten hinter der Schule, 1 Grasgarten mit Obstbäumen auf dem Gänsewinkel, für die Lehrer Wurst und Brot, der Ertrag von 1 Holzanteil im Ries und alle 14 Jahr etwas Vasenholz, 1 Weideplatz und eine Wiese an der Sange. Von der Dorfschaft wurden 29 ½ Himpten Korn gegeben für Roggenbrot und 22 Würste zu Neujahr. Vierzeitengeld wurde zu Neujahr von den Eheleuten, welche ihr eigen Brot essen, gegeben. zu Ostern lieferte die Gemeinde 3 ½ Schock Eier. Man nannte das Einsammeln  den Umgang . Von jeder Person, welche zum heiligen Abendmahl ging, 1 Ei. Die Summe aller Einkünfte, einschließlich Schulgeld von 60 Kindern a 6 mgl. Betrug 40 Thaler 27 mgl. Freiheiten an Accise 1 Tonne Bier= 4 ggl, 4 ch und 2-3 Kühe zur Weide.
1873 wurde der Opfermann durch Gesetz von verschiedenen der genannten Geschäftsverrichtungen befreit. Er konnte sich dadurch mehr seiner Aufgabe als Erzieher widmen.