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Chronik der oberen Mühle 1304 - 1878


1.

1304 -1324

Lehnsmühle des Bischofs Gottfried von Minden
Nr. 172, Nr. 319, Nr. 552, Sudendorf Urk.-Buch Bd.1


2.

1468

Lehnsmühle des Grafen von Spiegelberg
„und der oversten molen under dem tutberge“


3.

1580

Kirchbrack eine Mühle mit zweien Grinden (Mahlgängen)
gehöret den Jungkern von Grone
Wickenser Erbregister von 1580 (unter Erbmühlen)


4

1651

Verpfändung des Anteils an der Oberen Mühle von
Hermann Christoph von Grone an Georg Christian von Grone, Westerbrak
wegen einer Schuld von 400 Talern. (Vom Grafen zu Nassau zu Lehen.)


5.

1682

Pachtvertrag der drei Herren von Grone mit dem Meister Hans Jürgen Wartern aus Sonten, Amts Harenberg.

Bedingungen: alljährlich 33 Malter Zinskorn Roggen, 15 M. auf Michaelis und 18 M. zu Ostern, dazu für den Kohlgarten 3 Hühner, 3 Stiegen Eier und 3 Körtlinge (kleine Münze). Außerdem muß er jede Woche, in der 1. für den Unteren Hof, in der 2. für den Oberen Hof und in der 3. für Westerbrak „all ihr Korn, so zu ihrer Haushaltung an backen und brauen gebraucht wird, frey mahlen und schroten und dasselbe allemahl, wenn es ihm angesaget wird, ohngesäumt abholen und wieder auf ihre Höfe schaffen, und  zu behuf dessen jeder Zeit ein gut starck Pferd ohntadelhaft zu halten“,

später ergänzt: (und einen starken Knecht, der die schweren Säcke auch tragen konnte. Dazu musste er noch eine „Cörperlichen Ayd zu Gott schwören) (Die Eidesformel liegt vor!)


6.

1691

Friedrich Asmus von Grone (unterer Hof) gibt in einer Akte an, dass er „eine Wassermühle mit swey Gängen“ (als Gesamtbesitz mit den anderen beiden Höfen)  „und gehet besagte Mühle von den Fürsten zu Nassau nach Koppenbrügge zu Lehen.)


7.

1691

Pachtvertrag der von Grones mit Meister Ludolph Haßebrock aus Hehlen. Pacht: 30 Malter Korn, Benutzung des Kohlgartens frei. Die anderen Bedingungen betr. frei mahlen u. schroten bleiben wie zuvor.


8.

1692

Der Schatzrat von Grone, Westerbrak, klagt bei den Herzoglich-Lüneburgischen Räten in Wolfenbüttel, dass der Mühlenpächter Ludolph Haßebrock seinen Pflichten, wie es im Vertrag steht, nicht nachkomme. Außerdem vernachlässige er die Mühle, so dass sie schon jetzt in ganz schlechter Verfassung sei.


9.

1694

Das Herzogliche Amt n Wickensen bestätigt die von Gronschen Rechte betr. der Oberen Mühle und droht dem Müller bei 30 Talern Strafe, den Pachtvertrag genauesten zu befolgen und die Mühle wieder in guten Stand zu setzen.


10.

1699

Der Schatzrat von Grone, Westerbrak, schreibt bei einer Aufstellung seiner Güter:

„Die Obere Mühle hieselbsten ist Fürstl. Nassauisches Lehen von der Grafschaft Coppenbrügge, daran hat die gesamt Handt zur Investitur und Succession. Auch das freie Mahlen und Schroten von Korn und Malz, sowie das Bringen und Abholen wird wieder erwähnt.


11.

1702

„Zu wissen, dass heute nachgesetztem dato mit zuziehung zweyer Mühlensachverständiger Leute, nahmentlich Mstr. Henrich Klempa, Müller zur Thran, und Mstr. Johann Knülle, Müller zu Linse, nebst Mstr. Heini Mönnchemeyer, Zimmermann in Bodenwerder, auf Erfordern des Herrn Schatzrathes Herrn Henrich Eckbrecht von Grone die Inventierung der Oberen Mühlen zu Kirchbrack von mir zu Ende genandten Notarria vorgenommen und berichtet worden, und haben dieselbe nach vorher beschehener Wahrschauung des Meyn Eydes, und nach abgelegten gewöhnlichen Wardierungs Eyde (Ich gelobe und schwöre zu Gott und auf sein Heilig Wort, dass ich diejenigen Stücke der Oberen Mühle betreffend, es sei am Hauptgebäude oder anderem umgehenden Zeuge solchergestalt taxieren und einbringen will, was recht und billig ist, keinem Teil zu Lieb oder Leid, so wahr mit Gotte helfe und sein Heilig Wort) folgendes eingebracht: „folgt die genaue Inventarisierung.

Danach stellte sich der Wert der Oberen Mühle auf 34 Taler, 23 Groschen und 4 Pf.
Münz- und Getreidemaße um 1700.
1 Malter = 6 Himpten
1 Himpten = 20 kg (Roggen, Hafen etwa 12kg)
1 Taler = 36 Groschen, 1 Groschen = 8 Pf. Preise:
8 Eier = 1 Groschen, 1 Pfd. Schweinefleisch 1,5 Gr
1 Pfd. Butter 3,5 Gr., 1 Paar Schuhe 15-17 Gr..
Tagelöhner pro Tag = 4 Gr. (mit Kost 2 Gr.),
1 Meisterlohn pro Tag 6 Gr.


12.

1740

Pachtvertrag zwischen den von Grone, insgesamt und dem Meister Ernst Jacob Armbrecht.

Pachtzeit 6 Jahre von 1741 bis 1747.

Pacht 105 Thaler, jährlich 2 Taler 18 Gr. Hundegeld, für den Kohlgarten „dem alten Herkommen gemäß 3 junge Hühner und 3 Stiegen Eier.

Frei mahlen und schroten, An- und Abfuhr wie bisher auf Anforderung der drei adeligen Höfe.

Die Mühle muß nach Ende der Pacht in gutem Zustande übergeben werden. Größere Reparaturen, die nicht von Versäumnissen des Pächters herrühren, übernehmen die von Grone, vor allem liefern sie Bauholz frei.


13.

1744

Anerkennung der von Groneschen Rechte an der Obermühle wird von der herzoglichen Kammer anerkannt.


14.

1745

Der Herzog Carl von Braunschweig-Wolfenbüttel bestätigt persönlich die von Groneschen Rechte and der Oberen Mühle.


15.

1827

Der Abteirat von Grone zu Gandersheim beabsichtigt, die zu seinem Rittergute in Kirchbrack gehörige unter Nr. ass. 47 daselbst belegene sogenannte Obere Mühle durch Anlegung eines Ölganges zu erweitern.
(Anzeige in den „Braunschweigischen Anzeigen“, November 1827)


16.

14.7.1948

August Müller, der 5. Sohn (von 10 Kindern) des aus Breitenkamp stammenden Wilhelm Müller und der Drothee Funke (Schmiedehof kirchbrak) pachtete die Obere Mühle von dem Kreisrichter von Grone bis zu seinem Tode 1878.


17.

1868 / 69

Abbruch der Oberen Mühle wegen Baufälligkeit und Erbauung eines neuen, massiven Mühlengebäudes durch den Eigentümer Kreisrichter von Grone in Wolfenbüttel. Aus dieser liegt ein Pachtvertrag, ein Plan des neuen Gebäudes und ein Inventurverzeichnis vor.

Der 2. Sohn aus der Ehe Müller-Funke, Wilhelm Müller, verheiratet mit einer Dörries aus Lüerdisssen, übernahm den Schmiedehof in Kirchbrak und errichtete im Tal nach Breitekamp einen durch Wasserkraft angetriebenen Schmiedehammer, erwarb aber dann durch Tausch Gelände in Osterbrak und errichtete dort eine großzügige Anlage, die eine Maschinenfabrik eine Eisengießerei, ein Sägewerk und eine Dreschmaschine umfasste.

Dieser Betrieb wurde zunächst von den Söhnen Heinrich und Karl, später von Heinrich alleine weitergeführt. Er bestand  bis etwa 1900 und ging dann in andere Hände über.


18.

1.10.1878

Der 3. Sohn aus der Ehe Müller-Dörries (Osterbrak), ein Bruder des letzten Besitzers des Werkes in Osterbrak, August Müller, verheiratet mit Meyer (Holzen) pachtete die Obere Mühle nach dem Tode seines Onkels August Müller am 10. Juli 1978.

Eigentümer war damals der Kreisgerichtsdirektor Hermann von Grone in Holzminden.

Aus dieser Zeit ist der Pachtvertrag und ein Inventarverzeichnis vorhanden.


Kirchbrak, den 9.6. 1978
                                                  für die Richtigkeit
                                                  gez. Hans Hölscher