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Heft 27: Kapitel 13
Pachtvertrag mit Friedr. Sünnemann


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Im Januar 1874 schließt Friedrich Sünnemann aus Holenberg, bisheriger Kellner in Stadtoldendorf (1838-1921) einen Pachtvertrag mit Siegfried Alexander v.Grone, Westerbrak (1874 -1953) den Oberen Krug betreffend. Wer der umittelbare Vorgänger Sünnemanns war, ist unklar. Die Pachtdauer betrug 1o Jahre, das jährliche Pachtgeld 15o Taler. Die Pacht umfaßte die Kruggerechtsame, die Kruggebäude, den Garten und eine kleine Wiese von 55 Ruten. Sollte eine zweite Gastwirtschaft in Kirchbrak errichtet werden, sollte der Pachtwert der Kruggerechtsame (45 Taler) um die Hälfte, bei Einrichtung eines Ausschanks von Bier oder Schnaps um ein Drittel abgesetzt werden. Zur Sicherheit des Verpächters mußte eine Kaution von 1oo Reichstalern, die bis zum Ende der Pachtzeit jährlich mit 4 1/2 % verzinst wurden.Der Vertrag enthält die üblichen Bedingungen, umfaßte 1o § und war vom Herzoglichen Amtsgericht in Eschershausen beglaubigt.

Da der bis dahin ledige Friedrich Sünnemann im Februar 1874 die Jungfrau Emilie Hilmer aus Lobach heiratete, verlangte der Herr v. Grone eine Mitverbürgung der Ehefrau, die im Oktober 1884 vor dem Amtsgericht in Eschershausen vollzogen wurde.

Sie lautete:
"Ich übernehme damit die Bürgschaft für die Erfüllung aller derjenigen Verbindlichkeiten, welche mein Ehemann aus dem Pacht vertrage vom 14. Januar 1874 resp. der Prolongation desselben vom heutigen Tage gegenüber dem Herrn v.Grone übernommen hat und hafte dafür mit meinem ganzen Vermögen unter Verzicht auf alle entgegenstehenden Einreden."

Im Jahre 1877 ließ der Verpächter Herr von Grone von dem Amtszimmermeister Eilert in Dohnsen eine Gebäudebeschreibung mit einer Zeichnung anfertigen, darin das Wohnhaus, in der 1. Etage: die Wirtschaftsstube und die Küche, eine Nebenstube, die Dehle, eine Vorratskammer, ein Keller, der Kuhstall, eine Nebenstube und eine Schlafkammer.

In der 2.Etage: 2 Stuben, eine Schlafkammer, der Tanzboden, eine Schenkkammer, der Treppenaufgang, eine Kammer und eine Schlafkammer.

B: der Pferdestall. C: der Schweinestall. D: Kellergebäude. E: das Kegelhaus (die Kegelbahn gehörte dem Pächter).

Das Haus war also für die damaligen Verhältnisse ein stattliches Anwesen.