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Heft 27: Kapitel 9
Der Obere Krug ass.Nr.7 in der Feldbeschreibung von 1761


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Die Feldbeschreibung ist der Braunschweigischen Allgemeinen Landesvermessung (im folgenden ALV) entnommen. Die ersten Anfänge dazu wurden 1745 von dem Herzog Karl I. angeordnet. Sie sollte die Grundlage für einen gerechten Ansatz der Abgaben vom Grundbesitz an den Staat und die Grundherren und für eine Verkoppelung, die allerdings durch eine abermalige Verkoppelung um die Mitte des 19.Jahrhunderts überholt wurde. Sie zog sich bis zum Jahr 1784 hin.

Die Vermessung, die Feld- und Dorfbeschreibung von Kirchbrak erfolgte um 1761. Die erstere wurde angefertigt von Georg Christian Geitel, einem Vorfahre der Firma Geitel in Bodenwerder; die Feld- und Dorfbeschreibung von Ernst August Brauns. Diese Arbeiten haben außerordentlichen Quellenwert für die Geschichtsforschung.

Der Obere Krug (Pächter nicht bekannt)
Er bewirtschaftet vor der Vermessung 14 1/2 und nach der Vermessung 17 1/2 Morgen
Brachfeld 5 1/8 Morgen
Sommerfeld 5 11/12
Winterfeld 6 11/24

Damals wurde die Dreifelderwirtschaft betrieben, da die heute übliche Düngung nicht bekannt war. Auch die Flurnamen der Felder werden gewissenhaft genannt, eine wesentliche Quelle für die Heimatforschung, da viele Flurnamen heute nicht mehr bekannt sind.

Es werden genannt:
der Butterbrink, beim Grasweg, in der Hohen Wanne, hinter dem Krughof, das lütge Feld, im Mausebergsfeld, und auf dem Obern Berg.

In dieser Zeit wurde auch die gesetzliche Brandversicherung eingeführt und alle Gebäude erhielten ihre Brandversicherungsnummer (Assekuranz Nr. im folgenden mit ass.Nr. bezeichnet). Diese Bezeichnung blieb bis 1972, als neue Straßennamen und Gebäude Nr. eingeführt wurden.

Wahrscheinlich hat die Witwe des verunglückten Johann Christoph Heipke den Oberen Krug noch bis zu ihrem Tode weitergeführt, denn 1783 pachtet Johann Christian Beste, gebürtig aus Stadtoldendorf den Krug bis zu seinem Tode 1786. Seine Witwe führte ihn bis zu ihrem Tod 1788 weiter.