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Heft 27: Kapitel 8
Brau-Register deß Hochadelichen Hauses Westerbrak


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


vom 28. Decembr. 1734 biß dahin 1735
W. Garbe

Dieses Brauregister ergibt eine ganze Reihe von Aufschlüssen über das Bierbrauen in der damaligen Zeit. Das übliche Bier, das in Westerbrak gebraut wurde, war das "Breuhan".

Aus dem Register ist zu entnehmen, daß zu einem Gebräu Breuhan (1 Brauvorgang) 4 Himpten Weizenmalz, 3 Malter 1 Himpten Gerstenmalz benötigt wurden. Das ergab ungefähr 12 Hektoliter Breuhan. (Himpten = Hohlmaß von 33 Litern, 1 Malter = 6 Himpten.) Im Schnitt wurde alle 12 Tage im Jahr gebraut. Geliefert wurde das Bier in 1/2, 1/4 und 1/8 Fässern. (1/2 Faß = etwa 2oo Liter).

Beliefert wurde der Haushalt des Gutes in Westerbrak mit 51 Halbfässern, das sind ungefähr 1o 2oo Liter (!). Bier war damals das Hauptgetränk, auch für Kinder. Es war allerwesentlich schwächer als heute. Besonders in der Ernte wurde viel sogenanntes Speisebier getrunken. So bekam der Arbeiter beim Handdienst für das Gut neben dem Essen drei Liter Bier. Der Untere Krug (Krugpächter Mundt), heute Hof Brunnarius wurde mit 71 Halbfaß, der Obere Krug (Krugpächter Krohn, heute Jütte) mit 29 Halbfaß und Einwohner allgemein mit 26 Halbfaß beliefert, dazu die 51 Halbfaß zum Haushalt machten mit den Viertel- und Achtelfässern 18o Halbfässer = 36o Hektoliter aus (alle Zahlen für zwei Jahre). Dafür wurden 294 Taler eingenommen, wovon allerdings 122 Taler "Accise" = Biersteuer abgingen. Demnach kostete ein Liter Bier 24 Pfennige = 3 Mariengroschen = 2 gute Groschen(im Register = gg)

Währung um 1735
1 Taler = 24 gute Groschen = 36 Mariengroschen = 288 Pfennig

Preise und Löhne
1 Pfd.Brot = 4 Pf., 1 Pfd. Rindfleisch = 8 Pf
1 Tagelöhner pro Tag = 4 Mär.Gr. = 32 Pf.
1 Zimmermeister pro Tag =6 Ma.Gr. = 48 Pf.
Der Kirchbraker Schulmeister verdiente jährlich 75 Taler; der Pastor brachte es immerhin auf 215 Taler.