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Heft 27: Kapitel 7
Pachtvertrag von 1727 (auszugsweise)


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Die jährliche Pacht betrug zwischen 2o und 3o Talern. Zusätzl. mußte auch noch eine einmalige Kaution von 7o - loo Talern entrichtet werden.

"Zu wissen, daß zwischen dem Hochwohlgeborn Herrn Herrn August Ernst Carol von Grone, Hochfürstl. Braunschw. Lüneb. Wolfenbüttelschen Hochbestalten Cammer-Rath und Cammerjunker, Erbherrn auf Wester- und Kirchbrak, an einem, und dem Mstr. Johann Joachim Dormeyers aus Eschershausen nachgelaßenen Witwen am andern Theil folgender Locations und Conductions-Contract geschloßen und vollenzogen worden.

Elociren gedachte Sr. Hochwohlgeb. Herrn Cammer-Rath von Grone gemelter Witwen Dormeyers Ihren zu Kirchbraak belegenen Erb-Krug mit denen dazu gehörigen Gebäuden, Garten, und allen in solchen Gebäuden befindlichen, absonderlich verzeichneten Geräth, Stuben u. Cammern und was dahin anhängig.

Wird Conductorin die Bier-Sellung von dem Hause Westerbraak hiemit zugleich verpachtet, so daß Sie diese Nahrung wie auch übrige Wirtschaft an diesem, so gut Sie kann, zu treiben bemächtigt sein soll; auch den Branteweins Schank nach itziger durchgehens eingeführter Verordnung zu treiben und also zu gebrauchen, daß dawieder keine befugte Beschwerung geführet werden könne.

Derentwegen soll und will gedachte Conductorin zur Miethe dieses Hauses, der Scheune, des neuen Gebäudes, Hofes und Gartens jährlich und jedes Jahr absonderlich erlegen u. bezahlen Dreyßig Thaler, wobey ausdrücklich bedungen und utriusque deliberato animo (nach beiderseitiger Betrachtung der Sache) verabscheidet worden, daß die Hälfte, als 15 Thaler alle halbe Jahr voraus von der Conductorin bezahlt und damit im stehenden Ostern 1728ten Jahres der Anfang gemacht, auch folglich von Halben zu Halben Jahren solche pränumeratio (Vorauszahlung) richtig erfolgen solle."

Es folgen dann die üblichen Bedingungen, die pflegliche Behandlung des Inventars, die Lasten und Pflichten, die auf dem Hof liegen zu übernehmen, die Viehhaltung nicht zu übertreiben (Gemeindeweide u.Stoppelmast), kein neues Bauen ohne Bewilligung, so zu wirtschaften und zu leben "wie es einer bescheidenen und redlichen Frauen wohl ansteht und gebühret."

"Dieser Contract ist vorerst unter beyden Theilen auf drey Jahr errichtet und beyderseits beliebet worden.

Uhrkundlich ist dieser Contract in duplo (doppelt) ausgefertigt und von beyderseits Contrahenten respective unterschrieben, auch mit dem Hochadi. Petschaft besiegelt worden.

Westerbraak den 25.Septemb. 1727

Weil ich Schreibens unerfahren, habe meinen Schwager alß itzigen Schulmeister Joachim Heinrich Brömsen gebethen, solches in meinem Nahmen zu unterschreiben"
Maria Elisabet Specht
Witwe Dormeyer