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Heft 19: Kapitel 25
Die Ballade von der Wildnis


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Und alle, von denen wir hier lasen, deckt schon der grüne Rasen. Doch auch, es meldet sich zum Wort, ein Nachfolger hier in diesem Ort. Wie ein Dichter fängt er an zu schreiben. Er soll der Nachwelt erhalten bleiben.

Reinhard Walter ist das Ass im Vergnügungsausschuß des Gesangvereins. In seinen heiteren Vorträgen spiegelt sich oft ein Stück Dorfgeschichte:

Bei uns in Kirchbrak gibt es bei unserer Jugend was Beliebtes. Einstmals war es eine Wüste, doch jedermann es dann begrüßte, daß Männerchor und jeder Verein zum Wegebau sich stellten ein.

Doch daß die Wege wurden geteert, das war doch sicher ganz verkehrt. Ach, hätte man doch Kies genommen, da hörte man doch eher einen kommen. Denn jeden Abend von sieben bis neune, wo früher stand von Grones Scheune, steht jetzt ne Bank. Na, Gott sei Dank.

Wer diese Bank dahin gestellt, der hat gewußt, was Kirchbrak fehlt. Da ist was los mit Quietschen, Lachen, die Eltern sich Gedanken machen. Doch kann man keine Namen nennen. Könnt ihr im Dunkeln wen erkennen? Doch einem läßt es keine Ruh, er schleicht sich ran auf leisem Schuh. Er schleicht von wegen der Sittlichkeit, deswegen kommt er auch zu zweit. Auf Hebung der Moral bedacht, hat er den Mando mitgebracht, ein Hund mit kluger Nase, kurzem Schwanz, von dem ein jeder weiß, er kann´s. Dies Tier, es schnuppert, wie wunderbar, sofort ein jedes Liebespaar.

Ein anderer, er wohnt nicht weit, bemerkt dies mit Bekümmertheit. Es ärgern ihn die Mopeds sehr, die die Verehrer bringen her. Er müht sich brav um Kirchbraks Jugend, doch die, die pfeift was auf die Tugend. Es wird wohl Zeit. es einzusehn: Man kann die Zeit nicht rückwärts drehen.

So denkt man in Erinnerung: Wir war"n doch früher auch mal jung! Inzwischen weiß man es genau, bei Nacht sind alle Katzen grau. Doch die Technik schreitet weiter, und helle ward es, leider! leider! Es ist doch wirklich wunderschönj, die Kirche angestrahlt zu sehn. Doch wer dies jetzt in Gang gebracht, hat an die Jugend nicht gedacht. So ist jetzt auch in unserm Ort der letzte dunkle Punkt nun fort.