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Heft 19: Kapitel 24
"Ek Scheite, Ek scheite!"


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


"Fielebusch", Willi Schaper, schon sein Vater hatte diesen Spitznamen. Seit Generationen waren sie Tischlermeister und auch mal Gemeindevorsteher. Er erzählte mir die Geschichte vom "Propper" Wiemann.

Der"Propper", der alte Wiemann, hatte seinen Spitznamen daher, weil er Bäume veredelte, also pfropfte. So war er eben der Propper. Der Herr von Grone hatte damals am Niederen Berg eine Kirschenplantage angelegt. Heute ist sie längst verschwunden, aber die vielen Kirschenwildlinge am Niederen Berg zeugen jetzt noch davon. Wenn die Kirschen reif waren, zog es natürlich die Jungen dort hin. Aber der Herr von Grone versuchte das zu verhindern. Er beauftragte Propper Wiemann in der betreffenden Zeit die Plantage zu bewachen. Dazu hatte sich der Propper mit einer alten Schrotspritze und den dazu gehörigen Patronen bewaffnet.

Nun kannten die Jungen aber seine Vorliebe für eine Pulle Schluck. Sie besorgten sich eine Flasche mit Schnaps und besuchten Propper in der Plantage. Der guckte zwar mißtrauisch aber ließ sich dann doch einen einschenken. Es blieb nicht bei dem einen, und schließlich war der alte Propper sanft und selig eingeschlafen. Die Jungen nahmen nun die Patronen an sich, und dann ging es in den Bäumen ungehindert ans Kirschenessen. Als der Propper nach einiger Zeit aufwachte, sah er die Jungen in den Bäumen. Wütend griff er zu seinem Gewehr und rief: "Ek scheite/ ek scheite!" Da meinten die Jungen seelenruhig: "Jau, scheit man, scheit man!" und ließen sich nicht stören.