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Heft 19: Kapitel 18
Vom Osterwasser


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Ich war 16 bis 17 Jahr alt, da kamen wir Jungens oft zusammen. Hermann Dörries, Karl Jakke, Karl Meier, Albrechts Hermann und natürlieh ich war auch dabei. In der Nacht vom Ostersonnabend auf Ostersonntag zwischen 11 und 12 Uhr kamen die Leute aus dem Dorfe, um''Austerwater"zu holen. Dabei durfte man aber kein Wort sprechen, sonst war es kein Osterwasser.

Als einmal eine Frau den Eimer voll hatte, kam Hermann Dörries dazu und schüttete ihn der Frau über den Kopf. Die fing an zu schimpfen, aber das Osterwasser war hin. Man konnte es für alle möglichen Sachen gebrauchen, auch vor allem zum Geschwüre abzuwaschen.

Die Pullen mit Osterwasser wurden oft jahrelang unter dem Bette aufbewahrt. Es konnte aus jeder Bache geholt werden. Hauptsache, es war fließendes Wasser.

Früher glaubte man ja an die alten Bräuche, aber heute ist das ja anders.