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Heft 19: Kapitel 4
Der Zeppelin in Hannover


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Es war in den zwanziger Jahren, als der Zeppelin nach Hannover kommen sollte. Das hatte sich auch in Kirchbrak herumgesprochen. Der Zug war gerammelt voll, als es eines Morgens losqing. Unter den Fahrgästen waren auch der graute Theo, August aus Westerbrak, Karl und Wilhelm vom Bahnhof. WiIheIm machte den Reiseieiter, und der große Theo hatte in Bodenwerden ein großes Paket Pferdegehacktes gekauft; man konnte ja nicht wissen, ob es in Hannover was zu essen gab. Gegen 11 Uhr lief der Zug auf dem Hauptbahnhof ein, dann fuhr man noch mit der Straßenbahn bis zum Flugplatz. Da ging es aber erst mal in die nächste Wirtschaft, um zu frühstücken. Man hatte bannig Schmacht, und sie machten sich über die Brötchen mit dem Gehackten her. Nur Karl war kein Freund davon. "Na,"sagte der große Theo, " spoile mit Bier hinnerher, denne rutsehet et better." Aber Karl trank lieber einen Kaffee.

Um zwei Uhr sollte der Zeppelin zur Besichtigung eintreffen. Und tatsächlich kam denn auch der große Vogel auf sie zu geflogen. Da gab es ein großes Hallo, und alle waren sie außer Rand und Band. Da machte sich auf einmal der große Theo stark, ging auf den Zeppelinführer los und sagte: "Se maket ösch keine grötere Freude, wenn wei mit dem Zeppelin wier na Kerkbrak tourügge förn könn." Wei könn mit dem Zeppelin uppn Posten, wo de grauten Wischen sinn, landen." "Tja," sagte Willem vom Bahnhof," de Rückfahrkarten kreijet wei ok torügge erstattet. Da vorr sorge ek ganz allene." Alles war Feuer und Flamme. Man glaubte schon an die schöne Rückfahrt. Aber der Zeppelinführer machte alle Hoffnungen zunichte. So wie sie sich das gedacht hatten, ging es dann doch nicht. So blieb ihnen zuletzt keine andere Wahl, als mit dem Zug wieder nach Hause zu fahren.

Noch lange wurde von der denkwürdigen Reise nach Hannover gesprochen.