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Heft 19: Kapitel 3
Dat Slachtefest


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Der Große hielt mal wieder einen Vortrag. Er erzählte seinen Arbeitskameraden im Steinbruch: " Kirchbrak hat seinen Namen, weil hier die Kirche steht, und Westerbrak, weil es im Westen, und Osterbrak, weil es im Osten von Kirchbrak liegt. Und Breitenkamp, Heinrichshagen und Buchhagen gehören auch nach hier, weil sie zum Kirchbrakschen Kirchspiel zählen. Damit kumet se all in ein Pott. Deshalb kommt es ja auch, daß wir von allen 5 Dörfern als Steinhauer zusammen arbeiten und gute Freunde sind." Und weil sie so gute Freunde waren, halfen sie sich auch Umschicht beim Schlachtefest. Hermann von He'i nrichshagen hatte einen großen "Bunken" im Stalle sitzen. Am anderen Morgen sollte er daran glauben."Leute, laßt uns ein paar Pullen Schnaps einstecken, man weiß nicht, ob Hermann sich genug eingedeckt hat," meinte "de Graute". Gesagt, getan. Des Morgens noch bei Düstern machten sie sich von Kirchbrak nach Heinrichshagen auf den Weg. Es war kalt und es regnete. Ein Schluck war da schon angebracht. Das ging dann aber so weiter, bis Karl sagte:"Wei sinn ja schon dicke, eh wei in Heinrichshagen sinn." Sie kamen auch schon ganz schön ins Prahlen und machten dumme Sprüche. In Heinrichshagen angekommen, sagte "de Graute" zu Hermann:" Wo heste denne dein Elefanten?" "Diu wirst dek wundern, antwortete Hermann und führte seine Freunde zum Schweinestall. Was machten die für Augen, als sie das Tier zu Gesicht bekamen. "Na,"meinte de Graute, "wei willt ne schon an Bodden bringen." Der Schlachter war inzwischen auch eingetroffen, und jetzt konnte es losgehen. Sie hatten ihre Lasten, das Schwein an den Haken zu bringen, denn die Schluckflaschen waren bei dieser Arbeit nicht zur Ruhe gekommen. Die mitgebrachten Pullen waren schon lange ledig und Hermann sein Vorrat auch schon angegriffen.

Endlich hatten sie das Schwein nun auf dem Schlachtetisch liegen. Man redete und redete, aber die Arbeit wollte nicht mehr recht von der Hand gehen. Auch Ludwigsonkel, dem Schlachter, lief mit der Zeit der Schluck aus den Augen und er sagte: "Luie, ek will jök wat seggen, holt en Laken un decket alls tou, ek kann nich mehr. Wei maket de Wost morjen. "

So kam es denn auch,und jeder versuchte, so gut er konnte, wieder nach Hause zu kommen .