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Heft 16: Kapitel 15
Bericht von den Richtebänken, die unterhalb, Heyen liegen und von der letzt gehaltenen Landgohe. (1529)


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Die Gerichtsbänke, welche fast an der Schnede (Grenze) des Gerichts Grohnde und des Hauses Wickensen zwischen Heyen und Brockensen stehen und vor einem Jahr repariert und auf gemauert, sind die altgewöhnliche Richtstatt des gemeinen Gogerichts gewesen.

Es ist aber die letzte Landgoe daselbst gehalten worden im Jahr nach Christi Geburt 1529 ungefähr um Mittsommer, und ist Herzog Heinrich der Jüngere hochlöblichen Gedächtnisses in ihrer Fürstlichen Person selbst mit einer ziemlichen Anzahl Reisiger, wie ingleichen die Homburgischen Knaben oder Adelspersonen der Herrschaft Homburg, als die von Grone, Bevern, Haken, Frenke und die von Werder mit ändern der Landgoe Verwandten allda zur der Stätte gewesen.

Und hat anfänglich, nachdem  Illustrissimi Heinrich durch ihrer fürstlichen Gnade Kanzler D. Kilian König das Gericht eröffnet. Friedrich von Werder, dazumald der von Lübeck Hauptmann den Homburgischen Knaben (Edelleuten) Wort gehalten. Endlich ist nach angehörter Klage und Antwort und vielen Handlungen und Einwänden allen den Homburgischen Knaben propter usum et neglectum exercitium jurisdictionis (wegen Gebrauch und Vernachlässigung der Ausübung der Gerichtsbarkeit) durch Urteil und Recht aberkannt, Ober-und Untergerichte Gebot und Verbot, samt allem, was dem abhängig. Doch sind den Junkern die hägerschen Gerichte über ihre hägerschen Güter und dann die Brüche von Blutrun und Dumbschlagen, die auf ihren bezäunten Gütern geschehen, frei gelassen."

Die Erbregister von 1625 und 165o, und die Dorfbeschreibung aus der General- Landesvermessung im Herzogt. Braunschweig-Wolfenbüttel, 1761, folgen im Heft 17 der Gelben Reihe.