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Heft 16: Kapitel 14
Hägersche Gerichte der Junker in der Herrschaft Homburg (Auszug)


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Auf der letzten Landgohe, (außerordentliche Gerichtssitzung einberufen durch den Herzog Heinrich, um nach dem Erwerb der Grafschaft Everstein und Homburg (l4o9) die Rechte, besonders die der Gerichtsbarkeit zu sichern und zu festigen) welche Anno 1529 gehalten worden, ist den Junkern an Gerechtigkeit zuerkannt, die sie auch bisher erhalten, daß sie über ihre hägerschen Güter die Hägergerichte, so oft ihnen das vonnöten, haben, und die Hägerleute vor den selben Gerichten in gut oder recht scheiden mögen, soviel es Hägergüter betrifft und weiteres dürfen sie nicht.

Es haben auch die Häger einen sonderlichen Prozeß und beschriebenes Urteil, die ihnen auch zugelassen werden, wenn so ferne sie der hohen Obrigkeit des Hauses Homburg in nichts vorgreifen. Deswegen auch allzeit von Amts wegen der Gogrefe (Vogt des Amts) oder sonst ein Vogt zum Gericht geschickt ist, ob irgend eine Inmission (Einwand) aus Pfändung, Einlager (Einquartierung) oder anderm Gebot erkannt wurde, welches alles der Hoheit anhängig ist. Und hat sich einstmals zugetragen, daß Adrian von Zerssen, (Adelsgeschlecht aus Lippe, in Wegensen begütert) ein Hägergericht zu Wegensen auf seinen Gütern gehalten und sein Vogt daselbst, Cordt Ahlschwede, einem ein Gebot zu tun sich unterstanden, hat dafür nach dem Hause Wikkensen zur Strafe geben müssen sechs Gulden Münze.