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Heft 16: Kapitel 13
Brüche und Landgerichte (Auszüge)


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Bisher ist an den gehaltenen Gerichten der Herrschaft Homburg erkannt und von altersher gebraucht worden, daß die Excesse oder Delicte nach folgender Gestalt verbüßet und abgetragen wurden:

Ein Dumbschlag, wenn einer den ändern mit der Faust braun und blau geschlagen, wird verbüßt mit fünf Kortlingen, bei gemeiner Selbstgewalt oder Frevel, item Blutrun oder kampfbare Wunden mit einem Gulden Münze.

Eine schlechte Hurerei, da zwei unverbundene Personen, Knecht und Magd, sich miteinander fleischlich mischen, ist verbüßet worden mit 15 Gulden, davon der Knecht 1o Gulden, und die Weibsperson 5 Gulden erlegen müssen. Was aber Ehebruch, Injurien, Schmähungen und andere gewaltsame Taten, wie sie Namen haben mögen, so nicht peinlich geklagt und gestraft worden, haben die Delinquenten allzeit in Gnaden verbüßet nach Gelegenheit und Gestalt der Personen und des Delictes.

Es hat aber Illu.(Herzog) im Jahre achtundsiebenzig eine Ordnung und Mandat ausgehen lassen, daß diejenigen, so hinführe eine unberechtigte Person schwängern und verunehren würden, alle mal zehn und die Person fünf Heinrichstädtische Mark zur Strafe erlegen sollen.

Ingleichen diejenigen, welche andere mit mordlicher Wehr als einen Stoßdegen oder Dolch, Schwert, Messer, Beil, oder Barte verwunden werden, sollen darum fünf Heinrichstädtische Mark zur Strafe erlegen, wie auch solche Mandate den Leuten zur Warnung von allen Kanzeln abgelesen werden.

Die Gerichte werden wie gewohnlich zweimal im Jahr gehalten, also erstlich kurz nach Ostern, und dann das andere bald nach Michaelis. Und geschieht solches in der Niederen Börde in den Dörfern Halle oder Heyen.