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Heft 16: Kapitel 7/1
Kirchbrak um 1580


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


(Signatur Wolfenbüttel 19 Alt 215)

"Kirchbrak gehöret Heinrich und seinen Vettern von Grone, aber die Hoheit an Ge- und Verboten, Ober- und Untergerichte in und außerhalb des Dorfes gehöret meinem gnädigen Fürsten und Herrn. Doch die Blutrune, so auf den bezäunten Höfen geschehen, werden den Junkern mit einem Gulden Münze und Dumbschläge mit 5 Kortlingen verbüßt. Was aber höher fällt und Brüche sind, daran haben sie nichts. Die Leute zu Kirchbrak dienen jährliches über den gewöhnlichen Burgfest sechs Tage Handdienst nach dem Hause Homburg oder Wickensen. Auch dienen die Leute daselbst ihren Junkern jährliches etliche gewisse Tage nach Gelegenheit jeder Meierstatt oder Meierguts, wie bei einem jeden einzelnen in specie auch soll gesagt werden.
Der Zehnte von dem ganzen Dorfe, so wohl aus der Leute hägerischen Erbland als von ihren meierstättischen Acker gehöret den von Grone, die denselben auch selbst führen 1assen.

Pfarre
Die Pfarre gehört den von Grone und haben jetzt damit belehnt Ehren Caspar Hasen Jäger und gehört dazu ein Kothof mit 16 Morgen Land, welchen Lüdecke Grotekopf bewohnt und nimmt der Pfarrherr aus dem Acker den dritten Scherf. Noch bekommt er aus den Dörfern Westerbrak, Breitenkamp und Heinrichshagen an Scheffelkorn 2 Scheffel 5 Himpten Roggen.

Gotteshaus
Sankt Michael Patron hat 22 Morgen Land, dieselbigen haben die Männer und jährlich geben sie davon zu Zins ungefähr 6 Himpten Roggen, 1 1/2 Scheffel 3 Himpten Hafer, noch Hofzins von Hermen Bodenhagen, 1 Groschen 2 Pfennig, Heinrich Monnichmeier 1 Groschen 2 Pfennig, Heinrich von Dolm 1 Groschen 2 Pfennig, Curdt Tappe l Groschen, 2 Pfennig. Noch gibt der Kirche Hofzins Jacob Garmen zu Hunzen jährlich 3 Groschen 2 Pfennig.

Köther
Hans Loges (Anno 1621 besitzt dieses Gut Hermen Wehling) hat einen Hof mit 8 Morgen Land von C. Reinbrecht zum Bodenwerder, gibt ihm jährlich 6 Himpten Roggen, 6 Hpt.Hafer, 4 Hühner 1 Schock 2o Eier. (Hof ass. Nr.4)

Hans Carstens (spät.Randbem.Ao 1621 besitzt dieses Gut Reineke Schmedt) hat einen Hof von den von Grone, gibt jährlich davon 2 Hühner 4o Eier, dienet jährlich 6 Tage mit der Hand. (Hof ass. Nr.5)

Viet Tappe (spät.Randbem.:Ao 1621 besitzt dies Gut Hans Sötemann, ohne Jahr: Tönnies Möller, Ludwig Wiemann, Christian Bruns) hat einen Hof von den von Grone, gibt davon jährlich Hofzins 1 Groschen, 4 Pfennig, 5 Hühner, 1 Schock 4o Eier ( Hof ass.Nr.2)

Die Krasseberqische (siehe unter 1545 Seite 7) hat einen Hof mit einer Hufe Land von den von Grone, zinset jährliches 1 Scheffel 2 Himpten Roggen, 1 Scheffel 2 Himpten Hafer. Hofzins zwei Groschen, 6 Hühner und 2 Schock Eier.

Harmen Schmidt (spät.Randbem.Ao 1621 besitzt dieses Gut Tönnies Möller, Ao 17oo Johann Möller) hat einen Hof von den von Grone, der doch sonst der Kirche zugeschrieben ist, gibt davon jahrlich 1 Groschen 2 Pfennig, 2 Hühner, 4o Eier.(wahrscheinlich der Hof, (Steinwichtenhof), der 1397 bei der Weihe des Paulusaltars dem Altar gestiftet wurde. Urk.Beleg: Würdtwein, Nova Subsidia, Tom.XI, Seite 317.) (Hof ass. Nr.8)

Heinrich von Dolme hat einen Hof mit 12 Morgen Land, ist sein hägerisches Erbgut, und gibt den von Grone jährlich hägerische Urkunde 2 Pfennig. Noch hat er 8 Morgen von den von Grone in einem Felde belegen, gibt davon, was es trägt, 18 Himpten Korn. Noch hat er von Curdt Reinbrecht zum Bodenwerder 4 1/2 Morgen, zinst, was es trägt, neun Himpten Korn, ist der Junker Diener, sonst gehen davon 6 Tage Handdienst. (Hof ass.Nr.lo, Unterer Krug) Siehe "Chronik eines Hofes in Kirchbrak" in der "Gelben Reihe", Heft 3)