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Heft 08: Kapitel 11
Um die Mittelpunktschule Ithbörde und den Schulerweiterungsbau


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Bereits 1961 wurden die Gemeinden der Ithbörde über die Planung einer Mittelpunktschule Ithbörde unterrichtet. Dieser Plan barg eine ganze Anzahl von Problemen. Die Frage der Rechtsform war völlig offen. Da die Gemeinden ihre Grundschulen behalten sollten, mußte es nicht unbedingt ein Schulzweckverband sein. Ein weiteres Problem war die Frage des Standortes. So entstand zum Beispiel eine umfangreiche nicht endenwollende Debatte zwischen den Gemeinden Halle, Dielmissen und Kirchbrak. Die Diskussionen wurden zum Teil mit ziemlicher Schärfe und Verbissenheit geführt. Außerdem wollten die Gemeinden vor einer endgültigen Zusage die Kostenfrage geklärt haben.

Im Dezember 1962 kamen die Vertreter der betreffenden 12 Gemeinden wieder zusammen. Sieben Gemeinden stimmten für Halle und fünf (Kirchbrak, Westerbrak, Buchhagen, Breitenkamp und Buchhagen) für Kirchbrak als Standort. Kirchbrak berief sich auf bereits vor einem Jahr gemachte Zusagen der Regierung für eine  Mittelpunktschule. Auf Drängen des Oberkreisdirektors Jeep wurde dann doch ein Mittelpunktschul-Zweckverband gegründet, wobei allerdings die Standortfrage offen blieb. Dieser Zweckverband führte aber nur ein Schattendasein. Im Dezember 1965 stimmte die Mehrheit der Gemeindevertreter dafür, den Baubeginn einer Mittelpunktschule auf eine unbestimmte Zeit zu verschieben. Auch die Wahl des Standorts blieb offfen. Bereits 1961 war beschlossen worden, daß das 9.Schuljahr ab Ostern 1962 nach Bodenwerder gehen sollte.

Ungeachtet des Tauziehens um die Mittelpunktschule verfolgte Kirchbrak seine Schulerweiterungspläne, die schon vor fünf Jahren ins Auge gefaßt worden waren, weiter. Im Juli 1961 genehmigte die Bezirksregierung den zweiten Bauabschnitt. Er sah den Bau zweier Klassenräume, eines Lehrerzimmers, eines Lehrmittelzimmers, Lehrer­und Schülertoiletten und einer Pausenhalle in einem nach Nordosten vorgebauten Trakt vor. Dieser Teil sollte unterkellert werden. Darin sollten Umkleide-, Wasch- und Duschräume, die Ölheizung und ein Fahrrad­raum untergebracht werden. Ein Werkraum war nicht genehmigt worden. Dafür wurde nach Fertigstellung der Fahrradraum stillschwei­gend als Werkraum umfunktioniert. Diesem Zweck dient er heute noch nach der alten Spruchweisheit: 'Wo kein Kläger, da ist auch kein Richter.' Zwei weitere Unterrichtsräume waren in einem hinteren Trakt vorgesehen, der nach Südwesten angebaut werden sollte.

Die Gesamtkosten sollten sich auf 200.000 Mark belaufen. Davon mußte die Gemeinde 78.000 Mark selbst tragen. Die hatten die Kirchbraker Gemeindeväter schon vorsorglich bereitgelegt. In weiser Voraussicht hatte man einer etwaigen Erweiterungsmöglichkeit schon Rechnung getragen, falls Kirchbrak eines Tages eine Mittelpunktschule erhalten sollte.. Es ließ sich ohne weiteres noch weiterer Schulraum anbauen.Die Schulfreudigkeit der Gemeinde Kirchbrak muß damals ausdrücklich anerkannt werden. Man hoffte, noch im Herbst 1961 mit dem Bau anfangen zu können. Es wurde aber doch Oktober 1962, bis man mit einem 'Richtfest auf Raten' das heißt je für den vorderen und den hinteren Trakt die Richtkrone aufsetzen konnte. Schließlich dauerte es noch bis Ende 1963, bis die Maurerarbeiten abgeschlossen werden konnten. Die Malerarbeiten zogen sich dann noch bis zum Frühjahr 1964 hin.

Dann endlich konnten alle Räume ihrer Bestimmung übergeben werden und die Benutzung der alten Schule, in der das 1.- 4. Schuljahr unterrichtet worden war, aufgegeben werden konnte. Ein besonderes Schmuckstück wurde die Pausenhalle, für die der Kunstmaler Nauwald ein großflächiges, prächtiges Wandgemälde 'Der Wald und seine Tiere' schuf. Vom selben Künstler schmückten vier farbige Glasfenster mit den Motiven der vier Jahreszeiten die große Fensterfront an der Nordwestseite.