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Heft 08: Kapitel 10
Neue Schulleiter und neue Lehrkräfte


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Mit Wirkung vom 1.April 1959 wurde der Lehrer Hans Hölscher zum Hauptlehrer ernannt. Damit übernahm er zu Beginn des neuen Schuljahres am 9. April 1959 die Leitung der Volksschule Kirchbrak. Ebenfalls zu Beginn des Schuljahres wurde die katholische a.p.Lehrerin Marta Wasielewski  als 3.Lehrkraft der Schule zugewiesen. Die Schülerzahl betrug 107 Kinder, davon 13 katholische. So blieb nach der Meßzahl 12 die 3. Lehrerstelle noch katholisch.

Im August 1959 wurde nun endgültig bestätigt, daß der Kollege Baumann am 1. Oktober als 1.Lehrer nach Linnenkamp versetzt wird. Sein Nachfolger war der a.p.Lehrer Helmut Lötzsch aus der SBZ, 44 Jahre alt mit Frau und zwei Kindern. Kollege Baumann wies ihn bis zum 1.Oktober ein. Am 30.September fand die Abschiedsfeier für Lehrer Baumann statt. Die Schule verlor mit ihm einen gewissenhaften und beliebten Lehrer. Er schied mit schwerem Herzen von Kirchbrak.

Im Sommer 1960 leisteten zwei Studenten, Hans Albert Piper und Volker Herzog beim Schulleiter ihr Praktikum ab. Sie waren eine bemerkenswerte Bereicherung des schulischen Lebens. Piper, ein Amateuerfilmer, drehte einen Film von Dorf und Schule Kirchbrak. Dazu wurde synchron ein Tonband besprochen und mit Musik bespielt. Die Uraufführung war ein voller Erfolg. Noch heute ist er ein Zeitdokument von unschätzbarem Wert.

Volker Herzog betätigte sich eifrig als Trompetenbläser im Kirchbraker Posaunenchor, den damals Hauptlehrer Hölscher dirigierte.

In den folgenden Jahren waren jeweils zwei, teilweise auch vier Studenten als Praktikanten an der Schule tätig. Unter ihnen fielen besonders Busse, Sahlfeld, Frischgesell, jetzt Rektor der Grundschule in Eschershausen und Friedrich Schreiber, Sohn des Kollegen Schreiber in Breitenkamp, jetzt Rektor in Hehlen, durch besondere Leistungen auf.

Die Kollegenfrau Lötzsch baute einen Blockflötenchor auf, der bald einen beachtlichen Umfang und ein bemerkenswertes Niveau erreichte. Herr Lötzsch führte, mit praktischer Vorbildung und entsprechenden Fähigkeiten ausgestattet, den Werkunterricht ein, der in den Kellerräumen durchgeführt werden konnte. Die Ausstattung mit den entsprechenden Werkzeugen war eine Stiftung der Firma Müller und Co. in Kirchbrak.

Am 25.September 1962 wurde Schulrat Kümmel in den Ruhestand versetzt und in einer Feierstunde in Holzminden verabschiedet. Sein Nachfolger wurde Schulrat Nerlich.

Da im Herbst 1963 die Zahl der katholischen Kinder unter die Meßzahl 12 sank, wurde die katholische Lehrkkraft Martha Wasielewski versetzt. Dafür kam im Dezember 1963 die a.p. Lehrerin Christa Berndt nach Kirchbrak. Ihr Großvater Berndt war von 1907 bis 1937 Pastor in Kirchbrak gewesen. Als der Schulleiter erfuhr, daß dessen Enkeltochter demnächst an der Pädagogischen Hochschule in Göttingen ihr Examen macht, fuhr er nach Göttingen, ausgerechnet am Tage ihres Schlußexamens, und lud sie nach Kirchbrak ein. Der Rest gelang mit Hilfe einiger guter Beziehungen zum Lehrkörper der PH. Weder Fräulein Berndt noch die Schule haben das je bedauert, denn daraus entwickelte sich eine hervorragende Zusammenarbeit und Kollegialität.

Schon mit Beginn der 60er Jahre nahm das schulische Leben in Kirchbrak einen beachtlichen Aufschwung. Jahr für Jahr wurden prächtige Schulfeste gefeiert, zweimal unter anderen im großen Saal des Gasthauses Mittendorf in Buchhagen, weil der Umbau der Schule dazu zwang. Beide Male wurden bei vollem Hause (über 500 Zuschauer) glanzvolle Erfolge.

Jedes Jahr, meist in der Weih­nachtszeit, zeugten Ausstellungen von den Leistungen im Handarbeits-, Werk- und Kunstunterricht. Ab Frühjahr 1963 unterrichtete Schulleiter Hölscher Englisch; daran nahmen etwa 2/3 der Oberstufe teil. Im Hallenbad Stadtoldendorf wurde wöchentlich Schwimmunterricht durchgeführt mit dem Ergebnis, daß bald alle Kinder die Schule als Freischwim­mer verließen. Dafür wurde die Volksschule Kirchbrak von der Olympischen Gesellschaft besonders ausgezeichnet.