Startseite   Home   Chronik   Gelbe Hefte   zurück   weiter   Grundschulen
 

Heft 08: Kapitel 8
Der Schulneubau 1952


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Der   Nachmittagsunterricht beeinträchtigte vor allem im Sommer die schulischen Leistungen erheblich. Zunächst erstreckte sich die Forderung der neugewählten Elternschaftsvertretung auf die Schaffung eines dritten Unterrrichtsraumes. Mit Pastor Degener wurde Ende 1949 wegen Überlassung des Konfirmandenraumes verhandelt.

Anfang 1950 wurde in einer Sitzung des Schulverbands und des Schulvorstands in Anwesenheit des Schulrats Kümmel und des Baurats Stützer beschlossen, den ursprünglichen Plan eines Anbaues an die alte Schule fallen zu lassen und statt dessen eine neue Schule zu bauen. Herr Udo von Grone stellte dafür vier Morgen Land am Dorfausgang nach Westerbrak zur Verfügung und wollte dafür die alte Schule mit dem dazugehörigen Gelände haben. Es wurde einstimmig beschlossen, vier Klassenräume, eine Schulleiter- und eine Hausmeisterwohnung zu erstellen. Die Firma Klostermann wurde beauftragt, den Bauplan und einen Kostenanschlag einzureichen.

Im Dezember 1949 war inzwischen der Lehrer Hans Hölscher, der mit der Tochter des Bürgermeisters Schepelmann verheiratet war, aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt. Er hatte im Kriege als Heeresoberlehrer unterrichtet, kehrte aber nun wieder in den Volksschuldienst zurück. Mit Unterstützung des Mittelschulrektors Dr. Mohnkopf, Eschershausen, wurde Lehrer Hölscher trotz Bedenken des Schulrats zum 1.4.1950 in Kirchbrak eingestellt. Da er keine Wohnung in der vollbesetzten Schule beanspruchte, war auch die Gemeinde zufrieden, denn die Wohnungsprobleme bestanden nach wie vor in dem Schulgebäude, weil der pensionierte Kollege Voges immer noch in der Dienstwohnung wohnte. Die Einstellung der
4. Lehrkraft ermöglichte nun auch an den Vormittagen die Benutzung des Konfirmandenraums. Die Kirche erhielt dafür jährlich 150 DM Miete, und außerdem wurde der Kirche für den Kindergarten ein Raum im Untergeschoß der Schule zur Verfügung gestellt. Lehrer Hölscher zog mit dem fünften Schuljahr erstmals in den Konfirmandenraum ein.

Nach vielen Sitzungen und Besprechungen mit der Regierung wurde im November 1950 beschlossen, im Frühjahr 1951 mit dem Bau zweier Klassenräume, eines Gruppenraumes und des dazugehörigen Flures auf dem vorgesehenen Gelände (v.Grone) zu beginnen. Für den Konfirmandenraum wurden 50 Drehstühle angeschafft, und die Firma Müller u.Co lieferte 20 Zweiertische. Trotzdem war der Raum immer noch zu klein, um einen ordnungsgemäßen Unterricht durchzuführen. Im April 1951 bewilligte die Regierung die Mittel für den ersten Bauabschnitt, jedoch der Schulverband bat, den Baubeginn so lange zu verschieben, bis es die angespannte Finanzlage der Gemeinden gestatte. So verging das Jahr, ohne daß mit dem Bau begonnen wurde.

Im März 1952 wurde Fräulein Maciejek auf eigenen Wunsch nach Hilkerode, Kreis Duderstadt, versetzt, nachdem ein Jahr vorher ihr 50. Geburtstag im Kreise der Kollegen festlich begangen worden war. Die Schule verlor mit ihr eine gute Lehrerin und fleißige Mitarbeiterin. So hatte sie in ihren freien Stunden unentgeltlich schwachen Schulkindern Nachhilfeunterricht erteilt.

Zum 1. April wurde Fräulein Lucia Engelhardt als katholische Lehrkraft von Nesselröden/Eichsfeld nach Kirchbrak versetzt. Sie unterrichtete im neuen Schuljahr 52/53 das 1.u.2. Schuljahr und führte die neue "Ganzwortmethode" an der Schule ein.

Endlich im Juli 1952 wurde die Firma Köhler aus Lüchtringen mit der Ausführung des Schulneubaues beauftragt. Im August begannen die Arbeiten, und am 1. Oktober wurde das Richtfest gefeiert. Der langandauernde Winter aber verzögerte die Fertigstellung des Baues, die für den 31. Dezember geplant war.

Im Mai 1953 verabschiedete sich Pastor Degener, der nach Hannover-Bothfeld versetzt worden war. Im selben Monat legte Lehrer Baumann seine 2. Prüfung mit Erfolg ab.

Am 9.August 1953 wurde dann endlich die neue Schule in Anwesenheit des Schulrats Kümmel, des Landrats Naumann und des Oberkreisdirektors Stitz eingeweiht. Der Architekt Friedel Günther überreichte Bürgermeister Schepelmann den Schlüssel, und nach Ansprachen des Bürgermeisters, des Schulrats und des Hauptlehrers Meyer wurde die Schultür geöffnet und die Räume zur Besichtigung freigegeben. Umrahmt wurde der feierliche Akt durch Lieder des Schulchores und viele Gedichte, vorgetragen von Brigitte Conrad, Regina Kohlenberg, Helga Schmidt, Herma Müller, Friedel Knoblauch, Dieter Dittner, Fritz Jung und Werner Kirsch.

Nun endlich konnte ein vollwertiger Unterricht erteilt werden. Das 1.bis 4. Schuljahr blieb in der alten Schule, und die Oberstufe zog in die neue Schule ein.