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Heft 08: Kapitel 6
Unruhige Zeiten mit unheilvollen Folgen


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Nach dem Tode Horns wurde Paul Wildhagen als 1. Lehrer, und als neuer 2. Lehrer Wilhelm Thormann
eingestellt. Paul Wildhagen war 1872 im Harz geboren. Er war mit Hedwig, geb. Röber, einer Förstertochter, verheiratet.

Nach 1933 geriet er in die politischen Wirren der damaligen Zeit. Da er nicht nach der Pfeife gewisser NS-Leute tanzen wollte, wurde er 1934 nach der einklassigen Schule Schorborn im Solling versetzt, wo er bis zu seiner Pensionierung 1937 tätig war. Danach zog er nach Hameln, wo er am 18.10.1948 starb. Die Asche Paul Wildhagens wurde im Grabe seiner Frau, die vier Jahre vorher starb, auf dem Friedhof in Buchhagen beigesetzt. Er hatte zwei Töchter, von denen die jüngere Käte mit dem Lehrer Schneider, dem Sohn des Försters Schneider in Buchhagen, verheiratet war. Das Wildhagensche Grab auf dem Friedhof in Buchhagen ist noch vorhanden.

Nach Wildhagens Versetzung wurde Alexander Bergholz erster Lehrer in Kirchbrak. Auch er war das Opfer politischer Intrigen geworden und in das "Land hinter dem Tunnel" strafversetzt worden, sehr zum Leidwesen Thormanns, der damit gerechnet hatte, Wildhagens Nachfolger zu werden. Es kam zu erheblichen Spannungen zwischen den beiden, die erst Ende 1936 durch Thormanns Versetzung nach Börsum beendet wurden.

Zum selben Zeitpunkt ließ sich Bergholz pensionieren und verzog nach Braunschweig. Ehemalige Schüler seiner Zeit schildern ihn als einen hervorragenden Lehrer, der den Schülern Kenntnisse vermittelte, die weit über das übliche Maß hinausgingen.

An seine Stelle wurde der Lehrer Voges von Salder nach Kirchbrak versetzt.  Die 2. Lehrerstelle wurde in dieser Zeit kurzfristig mit Vertretungen besetzt, bis am 1.4.1938 der Lehrer Walter Oelhoff die 2. Lehrerstelle antrat. Er war seit 1936 verheiratet. Im März 1940 wurde er zum Wehrdienst eingezogen und kehrte zum Kriegsende glücklich nach Hause zurück.

Während des Krieges unterrichtete Lehrer Voges so gut es ging; sicher ist oft der Unterricht ausgefallen, da die Schulkinder für viele Sammelaktionen eingesetzt wurden. In dieser schlimmen Zeit waren vorübergehend die Lehrkräfte Frl. Jahns, Salge, Breitenkamp, Gödtke, Linse, Frl. Pape, Holzminden und Frau Tacke an der Kirchbraker Schule eingesetzt.

Nach der Pensionierung von Ernst Voges, die Ende 1944 erfolgte, kam der Schulunterricht vollständig zum Erliegen. Ein absoluter Tiefstand war erreicht.