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Heft 08: Kapitel 5
Die Trennung von Kirche und Schule

Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 

Auf dem Schulbild von 1912 ist die geistliche Schulaufsicht noch zu sehen. In der Mitte der Kinder, etwas erhöht, wie es sich gebührt, Herr  Pastor Berndt, darunter rechts der 1. Lehrer Horn und daneben der
2. Lehrer Wildhagen.

Aber bereits auf dem nächsten Schulbild von 1920 sind nur noch die beiden Lehrer zu sehen, denn da war bereits durch Gesetz die Aufhebung der geistlichen Ortsschulaufsicht verfügt worden. Nach der Revolution von 1918 hatten sich die Forderungen der überwiegend liberal eingestellten Lehrerschaft mindestens zum Teil verwirklicht.

So war die Überbrückung der Klassentrennung zwischen niederen und höheren Bildungswesen durch die Aufhebung der Privatschulen, die obligatorische, Pflicht zur vierjährigen Grundschule, die Verbesserung der Volksschullehrerausbildung und die Aufhebung der geistlichen Schulaufsicht eingeleitet worden.

In Kirchbrak war also Paul Wildhagen der letzte Lehrer, der durch die Präsentation des Patronatsherren von Grone eingestellt wurde. Die Trennung von Kirchen- und Schuldienst erfolgte nicht überall sofort; sie war oft von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Nach Angaben von Herrn Udo von Grone, Kirchbrak, erfogte sie in Kirchbrak endgültig erst 1923. Vorausgegangen waren langwierige Verhandlungen über die Trennung von Kirchen- und Schulvermögen.

Von Kirchbrak ist nicht bekannt, daß ernsthafte Auseinandersetzungen vorgekommen sind. Das Verhältnis zwischen Pastor und Lehrer war im großen und ganzen ohne ernsthafte Auseinandersetzungen gewesen. Es mag viel an der respektgebietenden Persönlichkeit des Kantors Schaper und an der einsichtigen Haltung des langjährigen, späteren Pastors Berndt (1907 - 1937) gelegen haben, daß in Kirchbrak die Meinung vom "armen Dorfschulmeisterlein' nicht so verbreitet war wie in anderen Dörfern.