Startseite   Home   Chronik   Gelbe Hefte   zurück   weiter   Grundschulen
 

Heft 08: Kapitel 3
Ein Leben im Schatten des Vorgängers


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Der Nachfolger Schapers, Karl Ernst Eduard Horn, trat 1892 seinen Dienst an. Er stammte aus Lichtenhagen; dort war er 1865 geboren. Kirchbrak war seine zweite Dienststelle, nachdem er 1890 in Salzdahlum mit dem Schuldienst begonnen hatte. Dort hatte er Marie Henriette Imohr geheiratet. Auch sein erstes und einziges Kind, ein Sohn, wurde in Salzdahlum geboren. Dieser Sohn, er war später Studienrat in Braunschweig, war nach seinem Vater die siebente Generation, die den Lehrerberuf ausübte.

Horn wurde zunächst nur als Adjunkt eingestellt und dementsprechend bezahlt. Erst nach Schapers Tod wurde er als erster Lehrer eingestellt und erhielt die entsprechen Bezüge. 

Seinem Vorgänger Schaper wurde bis zu seinem Tode 1901 ein stattliches Ruhegehalt von jährlich 1820 RM gezahlt. Das wurde wieder eingespart, indem Horn noch neun Jahre nur sein kümmerliches Adjunktengehalt erhielt.

Obwohl bereits 1887 eine zweite Lehrerstelle als dringend nötig erachtet worden war, besetzte das Konsistorium diese Stelle von Fall zu Fall mit Hilfslehrern (Seminaristen nach beendeter Ausbildung). In dieser Zeit waren die Adjunkten Bädtge, Bornemann und Lippert an der Kirchbraker Schule eingesetzt.

Bis das neue Schulhaus" fertiggestellt war, wohnte Lehrer Horn im Hause Nr.11 (ehemals Kewitz, jetzt Jütte). Dafür erhielt der damalige Eigentümer, Herr Udo von Grone, halbjährlich 100 RM.

Erst im April 1902 wurde die zweite Lehrerstelle endgültig besetzt.   Bis dahin mußte sich Lehrer Horn mit einer Schülerzahl von 170 bis 180 Kindern abplagen. Das blieb nicht ohne Auswirkungen auf seinen Gesundheitszustand. Er wurde nur 54 Jahre alt, und in seinen letzten Lebensjahren war er des öfteren krank und weilte oft zur Kur.

Von Lehrer Horn sind eine ganze Anzahl von Schulbildern erhalten. Leider sind die Jahreszahlen dazu nicht bekannt. Da Herr Horn auf diesen Bildern noch sehr jung aussieht und von der neuen Schule noch nichts zu sehen ist, kann man annehmen, daß ein Teil dieser Aufnahmen vor 1895 gemacht ist, da danach alle Schulbilder vor der neuen Schule aufgenommen wurden.

Frau Horn starb Ende 1918, und Eduard Horn folgte seiner Frau ein Jahr später im Alter von 54 Jahren. Das Grabdenkmal der beiden ist noch auf dem Kirchbraker Friedhof zu sehen (vom Straßeneingang links des Weges neben dem Mohringschen Grabdenkmal).