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Heft 07: Kapitel 2
Die Schulmeister Tappe und Biermann


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Die vorhandenen Akten und Aufzeichnungen, die den Küsterdienst in dieser Zeit betreffen, sind ziemlich spärlich. Erst 1642 erfahren wir aus den Akten des Landeskirchlichen Archivs in Wolfenbüttel wieder die Namen zweier Opfermänner.

Zum Osterfest hat Conrad Tappe seinen Dienst aufgesagt und ist verzogen. Dies teilt der Superintendent Wichmann in Halle dem Konsistorium in Wolfenbüttel mit. Zugleich schlägt er Johannes Biermann aus Holzen unter dem Rothestein (Ith) zum Küsterdienst vor und betont auch, daß die ganze Gemeinde ihn gern als Küster haben möchte. Er bittet um Examinierung und Qualifizierung des Kandidaten. Das geschieht, und bereits am 12. Mai 1642 teilt das Konsistorium dem Superintendenten mit, daß "qegenwärtiger Johann Biermann dem Examine untergeben und zur Bedienung solcher Opferei qualifiziret befunden. Er wird seinem alhier gethanen Angelöbnis und Zusage gemäß den ihm anvertrauten Dienst sowohl in der Kirchen als in der Schul mit getreuem Fleiß verwalten."

Hier wird also zum ersten Male die Schule in Kirchbrak erwähnt. Wie lange sie schon vorher bestand, läßt sich bis jetzt noch nicht feststellen. Es spricht schon einiges für die Kirchbraker Schule, daß sie einen vom Konsistorium geprüften Opfermann und Schulmeister hatte. Das war sicher nicht in allen Dörfern der Fall und war auch auf den Einfluß des Superintendenten und der Patronatsherren von Grone zurückzuführen.

Mit seinem Pastor und Vorgesetzten Hieronimus Noitenius hat sich Johann Biermann sicher gut vertragen, denn als er am 15. Februar 1667 begraben wurde, hat der Pastor ihn mit einem ehrenden Nachruf im Kirchenbuch ausgezeichnet. "Den 15. February der Schulmeister Johann Biermann begraben worden, aet. (Alter) 77 Jahr. Undt weilen er so ein aufrichtiger frater (Bruder) und redlicher Mann gewesen, so fleißig in Kirche und Schule gearbeitet, also ist er nlcht allein von männiglicher (jedermanns), auch der Kinder Seite hertzlich beweinet und betrauret worden, denn es hat ihn die gantze Gemeinde mit einer solchen comitat (Begleitung) zu Grabe begleitet, als niemahlen vorher ist gesehen worden. Er hat in der Kirchen und Schulen gedienet 25 Jahr."

Ein besseres Zeugnis kann man sich kaum denken. Der jeweilige Pastor war vom Anbeginn an der unmittelbare Vorgesetzte des Schulmeisters. Diese geistliche Schulaufsicht bestand noch bis nach der Revolution 1918.