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Heft 02: Kapitel 13
Die alte Kapelle


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


An der Stelle, wo sich heute das Haus Nr. 11 befindet, hat in alten Zeiten die Kapelle von Westerbrak gestanden. Sie ist wahrscheinlich um 1696 schon baufällig gewesen, so daß der Schatzrat von Grone den Erwerb von Gebäude und Grundstück beantragte. Nach langen Verhandlungen mit dem Konsistorium in Wolfenbüttel kam der Verkauf zustande. Der Preis betrug 1o Taler. Die alte Kapelle wurde abgerissen und auf derselben Stelle das sogenannte Weiße Haus errichtet.

Wie aus den alten Forstakten zu entnehmen ist, wütete im Oktober 17o3 ein starker Sturm über dem Lennetal, dem über 1oo Eichen aus den Westerbraker Forsten zum Opfer fielen. Ein Teil dieser Stämme wurde zum Bau des Weissen Hauses verwendet.

In der Kapelle befand sich eine Glocke, die nun in dem Glockenturm auf einem kleinen Fachwerkhaus in der Nordostecke des Gutshofes ihren Platz fand. Mit dem Kauf übernahm der Schatzrat folgende Bedingungen: Er mußte sich verpflichten, auf seine Kosten einen Mann anzustellen, der täglich gewissenhaft die Betglocke zu schlagen hatte. Außerdem sicherte sich die Kirche das Wiederkaufsrecht für den Fall, daß die Kirche oder Gemeinde "über kurz oder lang diesen Platz zum Schulmeisterhause von nöthen haben sollte." Es ist bemerkenswert, daß man damals mit der Möglichkeit rechnete, eine Schule in Westerbrak einzurichten. Aber so weit hat es Westerbrak nicht geschafft, da die Kirchbraker Schule in nur 1 km Entfernung erreichbar war.