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Heft 02: Kapitel 12
Vom Bierbrauen


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Ein Brauregister aus den Jahren 1734/35 gibt einige interessante Einblicke in das Brauwesen. Die Braugerechtigkeit hatte das Rittergut. Da sie mit guten Einnahmen verbunden war, wurde sie zeitweilig auf andere Ortschaften und deren Krüge ausgedehnt. Über den Umfang der Lieferungen entstanden jahrelange Streitigkeiten mit dem Herzoglichen Amt in Wickensen, das ebenfalls eine Braugerechtigkeit besaß.

Bier war das gebräuchliche Getränk auch für Kinder. Allerdings war es wesentlich schwächer als unser heutiges. Es wurden im allgemeinen zwei Arten gebraut. Das "Breuhan" wurde vor allem in den Krügen ausgeschenkt. 1735 lieferte Westerbrak an seine beiden Krüge in Kirchbrak immerhin 19o hl. Für den häuslichen Gebrauch wurde das schwächere Speisebier gebraut. Das war auch das übliche Getränk für die Arbeiter auf dem Felde.

In einem Brauvorgang, etwa alle 12 Tage im Jahr, wurden aus vier Himbten Weizen und drei Malter und einem Himbten Gerstenmalz 6 Halbfässer "Breuhan" (etwa 11,5 hl) hergestellt. Insgesamt wurden im Abrechnungsjahr 1734/35 24 dz Weizen und 1o2 dz Gerstenmalz zu 351,5 hl "Breuhan" gebraut. Der Braumeister war W. Garbe.

Das Brauhaus ist das heutige Gutshaus, nachdem das alte Herrenhaus Ende des 18. Jahrhunderts unbewohnbar und dann abgerissen wurde.