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Heft 02: Kapitel 11
Vom Ackerbau um 1700


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Im Gutsarcbiv von Westerbrak gibt ein altes Kornregister Auskunft, was für Feldfrüchte damals angebaut wurden. In sauberer und gut lesbarer Handschrift hat der damalige Hofmeister des Gutes, Hermann Thielen, über Einnahme und Ausgabe der Ernte berichtet.

An Feldfrüchten wurden ausgesät: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Erbsen, Wicken und Bohnen. Am meisten wurde Roggen und Gerste angebaut; mit ziemlichem Abstand folgten Hafer und Weizen.

Als Getreidemaße waren das Fuder, der Malter, der Himbten und die Metze im Gebrauch. Ein Fuder entsprach
12 Malter, ein Malter = 6 Himbten, ein Himbten = drei Metzen. Da es alles Hohlmaße Waren, ergaben sich für die verschiedenen Getreidearten auch verschiedene GeWichte. Ein Himbten Weizen oder Roggen entsprach etwa 2o kg, während das gleiche Maß Gerste oder Hafer nur 18 kg bzw. 12 kg wog. Die Ernteerträge waren verglichen mit den heutigen sehr gering.

Ein Acker mittlerer Klasse erbrachte etwa das Vier- bis Fünffache des Saatgutes. Erbsen bildeten einen wesentlichen Bestandteil der Nahrung. 169o wurden vom Gut fast 2 Fuder (etwa 3oo kg) geerntet, die alle im Haushalt, vor allem für die Erntearbeiter, verbraucht wurden. Weizen und Gerste verwandte man zum großen Teil zum Brauen.