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Heft 02: Kapitel 9
Die Wickenser Erbregister


Eine Dokumentation von Herrn Hans Hölscher 


Die Erbregister, die von den zuständigen Herzoglichen Ämtern erstellt wurden, sind wertvolle, oft auch die ersten sicheren Unterlagen für die Geschichte eines Dorfes und seiner Bewohner. Sie sind uns für die Zeiträume um 1550, 1580, 1625 und 165o im Staatl. Archiv Wolfenbüttel erhalten.

Über Westerbrak erfahren wir 155o: "Westerbraik gehöret den von Grone, den Vettern Lorenz und Gottschalk". Das Hals- und Niedergericht stand dem Herzog zu; nur die Einnahmen für die Vergehen, die auf "den umzäunten Höfen" der Junker geschahen, kamen den Herren von Grone zu. Vier Ackerhöfe, ein Halbspänner und sechs Kothöfe leisteten teils dem Herzoglichen Amt Wickensen und teils den von Grones Spann- und Handdienste; die Ackerleute und Halbspänner mit dem Pflug und die Kötner mit der Hand. 19 Morgen werden als Hägerland bezeichnet und die Herren von Grone als Hägerjunker benannt. Das Hägerland geht auf die Hägersiedlungen im 12. Jahrhundert zurück, einer Kolonisation flämischer Einwanderer. Die Häger genossen den besonderen Schutz der Landesherren und hatten eigenes Recht und eigene Gerichtsbarkeit, sofern es sich um Feld- und Forstvergehen handelte. Das letzte Hägergericht fand 18o9 in Bodenwerder statt.

Um 158o haben sich die Eintragungen betreffs Grundherrschaft, Hand- und Spanndienste und Abgaben kaum geändert. Es sind nun noch drei Ackerhöfe, ein Halbspänner, aber neun Kotstellen. Eine spätere Randbemerkung gibt Aufschluß über den Bau des von Groneschen Herrenhauses : "Ao 1621 besitzt diesen Kothof Albrecht von Grone, hat darauf gebaut ein Adelichs, jetzt ist, so lange seine Witwe lebt, dienstfrei." Der bisherige Eigentümer war Heinrich Loges. Der Kothof hatte 16 Morgen Land, ein kleines Waldstück und eine Schäferei; alles ging von den von Grones zu Lehen.

1625 lauten die allgemeinen Eintragungen wie 158o. Die ersten beiden Ackerhöfe sind nun 1623 und 1624 von Elisabeth von Minnigerode erworben worden. Zu beiden Höfen gehörten je zwei Hufen Land; das waren etwa 12o Morgen. 165o ist der Text etwa gleichlautend. Eine Randbemerkung zu dem Kothof des Heinrich Albrecht von Grone: "und ist an dieser Stelle das Haus gebaut," weist noch einmal auf den Standort des Herrenhauses hin.